Die Umwelt-Produktdeklaration für Brettschichtholz(BS-Holz)
Die Umwelt-Produktdeklaration (Environmental Product-Declarations, kurz EPD nach ISO 14025) enthält alle ökologisch relevanten Daten des Baustoffes, sie beinhaltet die für den Bau notwendigen Produktspezifikationen und zudem die ökologische Bewertung der Herstellungs- und Entsorgungsprozesse.
EPDs gibt es inzwischen in vielen europäischen Ländern für die meisten im Bau verwendeten Materialien. In Deutschland ist eine äußerst aussagekräftige Datenbank in Arbeit, die allen Interessenten zugänglich sein soll.
Die EPD für Brettschichtholz:
Die Daten wurden vom Johann-Heinrich-von-Thünen-Institiut, Hamburg und der Studiengemeinschaft Holzleimbau, Wuppertal zusammengestellt. Das Institut Bauen und Umwelt, Königswinter hat die Unterlagen geprüft und der Studiengemeinschaft Holzleimbau als Deklarationsinhaber vergeben
Überblick über das Inhaltsverzeichnis
» Auflistung von:
- Produktnorm/Zulassung mit Gütesicherung
- Lieferzustand
- Eigenschaften
- Festigkeitsklassen und die Eignung für
- Gefährdungsklassen
» Darstellung über:
- Grundstoffe
- Produktherstellung und -verarbeitung
- Nutzungszustand
- Wirkungsbeziehungen mit Umwelt und Gesundheit
- Nutzungsdauer
» außergewöhnliche Einwirkungen
- Brand
- Wasser
- Mechanische Zerstörung
- Nachnutzungsphase
» Ökobilanz
12 Hersteller haben die Daten zu Standardware und Sonderformen geliefert, wobei die unterschiedlichsten Aspekte, wie
- Aufwendungen im Forst
- Transportentfernungen
- Nachnutzungsphase
zu eindrucksvollen Ergebnissen der Ökobilanzierung führten.
In der Nachnutzungsphase wurde angenommen, dass 100% der Produktmasse in einem Heizkraftwerk thermisch verwertet werden.
Sachbilanz Primärenergie:
Durch die Verbrennung des Brettschichtholzes werden fossile Brennstoffe, die sonst bei der Stromerzeugung verbraucht würden, substituiert.
Beim Bedarf an Primärenergie aus nicht erneuerbaren Ressourcen von der Herstellung bis zur Verwertung von BS-Holz, ergibt sich im Bereich der Verwertung ein negativer Wert, der dann auch insgesamt einen negativen Saldo bedingt.
Die Einsparung von fossilen Brennstoffen bei Herstellung und Verwertung von BS-Holz werden im Rahmen des sog. Substitutionsansatzes bei der Energieerzeugung gedanklich gutgeschrieben.
Co2- Bilanz:
- Wie viel Kohlenstoff ist im Holz gebunden?
- Wie viel wird während der Produktion und der abschließenden Verbrennung frei?
- Wie viel wird durch die Erzeugung von Strom substituiert?
- Auch hier ergibt sich eine negative Gesamtbilanz, da beträchtliche Mengen
- Mengen CO2-Äquivalent pro m³ vermieden werden - dieser Wert steht für das sog. Treibhauspotential.
Es besteht keine Verpflichtung zur Umwelt-Produktdeklaration, sondern es werden lediglich freiwillige Aufträge erteilt. Jedoch wird das Thema „Ökobilanz von Baustoffen“ zunehmend wichtiger. Gründe hierfür sind u.a.:
› Gütesiegel „Nachhaltiges Bauen“ der DGNB (Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen), das nur Gebäude erhalten, bei denen alle Materialien zertifiziert oder zumindest anhand vorhandener Daten mit Sicherheitsaufschlägen abgeschätzt sind. Voraussetzungen hierfür sind die ökologische Bilanz und die EPD mit Deklarationsnummer.
Gegenwärtig erhalten fast nur große Bürobauten das Siegel, bei denen es sich insbesondere gegenüber Kreditgebern sehr positiv auswirkt.
Aufgrund der guten Argumente für Kredite, Verkauf und Marketing wird die Ökobilanz in naher Zukunft auch bei Einfamilienhäusern an Bedeutung gewinnen.
Bereits jetzt gilt für öffentliche Bauten der „Leitfaden Nachhaltiges Bauen“ vom Bund, nach dem alle Bauten zertifiziert sein müssen.
