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28.07.2011

Schwachstellen mit Blower-Door-Test aufdecken

Lokalisierung von Schwachstellen im Haus mit dem Blower-Door-Test

Testaufbau beim Blower Door Test im Einfamilienhaus

Mit Hilfe eines Blower-Door-Tests kann beim Neubau oder bei einer energetischen Sanierung genau festgestellt werden, ob die geplanten Baumaßnahmen hinsichtlich der Energieeffizienz korrekt und komplett umgesetzt wurden.Bei diesem Test, der bei Niedrigenergie- und Passivhäusern verpflichtend vorgeschrieben ist, wird die Gebäudehülle auf Luftdichtigkeit überprüft. Hierbei wird ein Gebläse entweder in einen Tür- oder Fensterrahmen luftdicht eingebaut und in Betrieb genommen.

Mit der Erzeugung eines Unterdrucks von 50 Pascal, der ungefähr einer Windgeschwindigkeit von 30 bis 40 Std./km (Windstärke 4 bis 5) entspricht, wird die Luft aus dem Gebäude gesogen. Dabei wird dann die geförderte Luftmenge gemessen, die das durch Ritzen und Fugen der Gebäudehülle verlorengehende Luftvolumen anzeigt.Die Luftwechselrate sollte bei einem Niedrigenergiehaus mit einer Lüftungsanlage bei ca. eins liegen; D. h. das gesamte Luftvolumen des Gebäudes wird innerhalb einer Stunde einmal vollständig ausgetauscht.Bei Häusern mit normaler Fensterlüftung sollte das Luftvolumen nicht mehr als dreimal pro Stunde ausgetauscht werden und der Wert dürfte somit bei höchstens drei liegen. Je geringer die gemessene Luftmenge ist, desto weniger Schwachstellen sind in der Gebäudehülle und umso effizienter funktioniert die Wärmedämmung.Im Winter verhilft eine möglichst dichte Gebäudehülle zur Einsparung von Heizenergie, weil die Wärme im Haus bleibt und umgekehrt bleibt im Sommer die kühle Luft im Gebäude.Fugen und Ritzen im Gebäudesystem können auch eine Schimmelgefahr bedeuten.An den undichten Stellen kann sich Feuchtigkeit aus der Luft sammeln, die sich beim Absinken der Temperaturen als Tauwasser in den Bereichen niederschlägt und somit zur Schimmelbildung führen kann.

Auffinden und Beheben von Leckagen

kritischste Stellen im Haus:

  1. Dachanschlüsse an Sparren und Pfetten im Dach
  2. Elektro- und Lüftungsinstallationen an der Außenwand
  3. Fugen an Fenstern und Türen

Die Ursache für Leckagen an diesen Stellen liegt meist in unsachgemäß durchgeführten Bau- und Installationsarbeiten.
Die Ermittlung von Leckagen während der Messung ist ein Hauptbestandteil der Prüfung. Hierzu wird eine Nebelmaschine, ein Luftgeschwindigkeitsmesser oder eine Infrarotkamera eingesetzt. So sieht man z.B. mit einem Rauchgerät in der Nähe  einer undichten Fuge deutlich die erhöhte Luftbewegung in diesem Bereich.
Nach Beendigung des Tests und Auffinden aller Leckagen, müssen diese durch Fachhandwerker abgedichtet werden.
Experten findet man über das Internet oder die Verbraucherzentrale. Den Blower-Door-Test bieten viele Energieberater, Ingenieur- und Architekturbüros an. Die Kosten hierfür liegen ca. zwischen 350 und 450 €.
Manche Dienstleister erheben aber auch einen Grundpreis für die Luftdichtigkeitsmessung und rechnen zusätzlich die Leckageortung auf Stundenbasis ab, da sich die Suche auch oft schwierig und langwierig gestalten kann.

Der Luftdichtheitstest wird außerdem vom Bundesamt für Wirtschaftskontrolle und Ausfuhr (BAFA) im Rahmen einer Vor-Ort-Beratung mit einem Bonus von 100 € finanziell gefördert. Der Zuschuss für die gesamte Beratung ist auf 50 Prozent begrenzt. Die Antragstellung muss bereits im Vorfeld von einem zertifizierten oder geprüften Berater (Ingenieur, Architekt, Gebäudeenergieberater, Sachverständiger, etc.) erfolgen.
Weitere Fördermöglichkeiten bestehen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder man erkundigt sich beim zuständigen Bauamt nach regionalen Förderprogrammen der Gemeinden und Städte.