Energieeinsparung durch Gebäudesanierung
Der wesentliche Schwerpunkt des Energiekonzepts der Bundesregierung ist die Energieeffizienz (= optimaler Nutzen bei möglichst geringem Energieeinsatz).
Gemäß Umweltminister Norbert Röttgen lassen sich in Deutschland bis zu 50% der verbrauchten Energie einsparen. Da auf den Gebäudebereich rund 40 % des Energieverbrauchs und etwa 20 % der klimaschädlichen Treibhausgase entfallen, ist hier ein Mehrstufenplan für die Sanierung vorgesehen, der für Hauseigentümer enorme Investitionen bedeutet. Private Haushalte verbrauchen rund 85 % ihres Energiebedarfs allein für Heizung und Warmwasser. Bis 2020 soll dieser Bedarf um 20 Prozent gesenkt werden, bis 2050 um 80 Prozent.
Bis 2050 strebt die Bundesregierung einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand in Deutschland an, der hauptsächlich durch die Sanierung der Gebäudehülle, sowie durch die Erneuerung der Anlagentechnik erreicht werden soll, aber auch durch die Nutzung erneuerbarer Energien wie z.B. Biogas oder den Einsatz von Solaranlagen oder Wärmepumpen. Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, müssen jährlich etwa doppelt so viele Häuser energetisch saniert werden wie bisher.
Der vorgesehene Standard „Null-Emission“ bedeutet, dass die Gebäude idealerweise die Wärme, die sie verbrauchen, selbst produzieren. Wärme- und Stromversorgung sollen durch Öko-Energien erfolgen (wie z.B. Solarenergie und bessere Dämmung).
Zunächst sollen bis 2020 nur die am schlechtesten isolierten Gebäude saniert werden. Eigentümer, die energetische Sanierungsmaßnahmen vorzeitig vornehmen, können eine staatliche Förderung in Anspruch nehmen. Außerdem soll das CO2-Gebäudesanierungs-programm besser ausgestattet werden, damit langfristig mehr Planungssicherheit besteht.
Entgegen dieser Planung steht jedoch die Zusicherung von Bundesbauminister Peter Ramsauer, im Rahmen des Sparpakets das CO2 Sanierungsprogramm zu halbieren. Wenn Deutschland seine Klimaschutzziele verwirklichen will, besteht hierzu aber in den Haushaltsberatungen noch ganz dringend Korrekturbedarf. Gemäß Bundesumwelt-ministerium müssten für das Gebäudesanierungsprogramm zwei Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung stehen.
Gemäß des Verbands Haus & Grund ist die Gebäudesubstanz in Deutschland oft besser als unterstellt. Hieraus resultiert zunächst, dass nicht so viel Wärmeenergie verbraucht wird, wie von der Bundesregierung vermutet und dann folglich, dass die Investitionen zu wesentlich geringeren Energie-Einsparungen führen werden.
Wer ein heute gebautes Haus auf Null-Emissions-Standard umbauen möchte, müsste es annähernd wieder in den Rohbauzustand zurückversetzen, da ein Null-Energie-Haus ein komplett anderes Heiz- und Dämmkonzept erfordert. Die Kosten hierfür können bis zu 70.000 € betragen. Gegen eine Vorgabe zum Sanieren seitens der Regierung behält sich der Verband daher juristische Schritte vor.
Für Mieter bedeutet dies zwar einerseits eine Mietsteigerung, andererseits aber auch eine erhebliche Reduzierung der Energieausgaben durch neue Fenster, Öko-Heizkessel und energiesparende Dächer, was sich somit finanziell ausgleichen wird oder sogar einen leichten Vorteil bringen könnte.
Ulrich Ropertz vom Mieterbund hofft, dass durch eine große öffentliche Förderung Sanierungsanreize geschaffen werden und damit auch die finanziellen Belastungen für Mieter und Hauseigentümer im Rahmen bleiben werden.
Eine Alternative zu dem Schritt der Regierung gibt es aus klima- und energiepolitischer Sicht nicht.
