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28.10.2010

Zwang zum Wärmedämmen?

Muss Körperwärme zum Heizen reichen? Regierung möchte energetische Gebäudesanierung für viele Milliarden Euro

Nachträgliche Styroporwärmedämmung an AussenwandDie Regierungspläne sehen massive Energieeinsparungen vor, die umfassende teure Gebäudesanierungen zur Folge haben. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sollen gemäß dem Energiekonzept der Regierung alle Gebäude bis 2050 so saniert werden, dass sie günstigstenfalls keine Energie mehr verbrauchen oder zumindest nur Öko-Energie. Zunächst sollen in 10 Jahren die vor 1980 gebauten Häuser instand gesetzt werden. Der Sanierungszwang besteht allerdings auch für neuere Gebäude. In Deutschland entfallen fast 50% des Energieverbrauchs auf Heizung und Warmwasser. Daher ist der Zielgedanke eine Passivenergie-Wohnung, bei der keine Heizung mehr gebraucht wird, sondern ausschließlich über die Körpertemperatur der Bewohner und die Abwärme der Elektrogeräte geheizt wird. Der Plan, einen Null-Emissions-Standard zu erreichen, ist für den Hauseigentümer mit einem enormen Kostenaufwand verbunden. Erfolgt keine ausreichende Sanierung, muss mit Steuernachteilen gerechnet werden. Eine neue Berechnung des Eigentümer-Verbands Haus & Grund hat ergeben, dass bei einem Mehrparteien-Haus mit 600 m² Wohnfläche Sanierungskosten von 596 750 € (das sind fast 1000 € pro m²) entstehen, wobei allein die Fassadendämmung einen Anteil von 143 750 € ausmacht. Damit führt die Umsetzung der neuen Energiesparauflagen sowohl für Hauseigentümer als auch für Mieter zu großen finanziellen Mehrbelastungen.