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11.07.2011

Verteilung Sanierungskosten

Gerechte Aufteilung der Sanierungskosten auf Hausbesitzer und Mieter


Gebäudesanierungen stellen einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, zur Energieeinsparung und zur Verbesserung des Wohnkomforts dar.
Da bei den energetischen Sanierungsmaßnahmen jedoch bislang in der Regel die Mieter einen zu hohen Kostenanteil übernehmen müssen, strebt der Deutsche Mieterbund eine gleichmäßigere Verteilung der finanziellen Aufwendungen auf Mieter, Vermieter und Staat an. Der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Franz-Georg Rips, fordert zusätzlich eine Erhöhung der öffentlichen Fördermittel für das CO2-Sanierungsprogramm von geplanten 1,5 Milliarden auf 5 Milliarden € pro Jahr.

Geplant ist, dass die energetischen Gebäudesanierungen verdoppelt werden sollen, wofür aber auch weitere Maßnahmen zu deren Umsetzung erforderlich sind. Rip‘s Vorschlag hierzu ist, neben den öffentlichen Förderprogrammen auch Kontrollinstanzen und Sanktionsmöglichkeiten einzuführen.

Bis zu 11% der entstandenen Modernisierungskosten kann gemäß Mieterbund auf die Mieter übertragen werden. So würde das z.B. bei einer Investition von ca. 160.000 € in ein Wohngebäude mit 8 Mietern, für einen Mieter eine monatliche Mieterhöhung von 180 € bedeuten, was sich nicht jeder leisten kann. Statt einer Mieterhöhung von 11% wäre eine Warmmietenneutralität wesentlich gerechter: d.h. die Mietsteigerung nach der Sanierung ist in gleicher Höhe wie die Einsparungen bei den Nebenkosten.

Ein ebenfalls zu berücksichtigender Punkt ist, dass die Modernisierungsmaßnahmen nicht zur Durchführung längst fälliger Instandhaltungsmaßnahmen ausgenutzt werden dürften, die mit der bestehenden Miete zu finanzieren wären.
Desweiteren sind Mieter bei energetischen Umbauarbeiten bis zu drei Monaten nicht zu einer Mietminderung berechtigt.
Auch der Wohnungsneubau bereitet dem Mieterbund Sorgen. Da langfristig gesehen ein sehr großer Bedarf an neuen und vor allem auch altersgerechten Wohnungen bestehen wird, sind in diesem Bereich Preiserhöhungen sowie allzu große Mietanhebungen zu befürchten. Zur Vermeidung wären laut Rips mehr Einflussnahme durch die Gesetzgebung und weitere Anreizprogramme unerlässlich.