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10.09.2011

Schimmelpilze vermeiden

Maßnahmen zur Vermeidung von Ansiedlung von Schimmelpilzen

Wissenswertes zur Schimmelentstehung:

◊ Ideale Bedingungen: feuchtes Klima, feuchte Oberflächen undichte + schlecht beheizte / belüftete Kellerräume.
◊ ein zunächst mikroskopisch kleines Geflecht aus Pilzfäden (= Myzel) bildet bei ausreichender Raumfeuchte Fruchtkörper aus, in denen Sporen produziert werden - erst dann wird der Schimmelbefall erkennbar. Millionenfach an die Luft abgegeben keimen auch diese Sporen auf geeigneten Untergründen aus. Festsetzen können sie sich überall, wo eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 80% an der Bauteiloberfläche über einen längeren Zeitraum vorhanden ist.
◊  insbesondere hinter Schränken, Regalen und Verkleidungen können sich Schimmelpilze unbemerkt entwickeln, da es hier kühl und entsprechend feucht ist.
◊  häufig wird der Befall erst relativ spät durch muffigen Geruch entdeckt.
◊  Nahrung = organisches Material wie Holz, Gipskarton, Tapeten, Staub u.ä. optimal ist ein saures Milieu unter einem pH-Wert von 7.
◊  Schimmelpilzsporen sind überall in der Außenluft vorhanden und können beim Lüften in die Innenräume gelangen, was allerdings nur für Allergiker problematisch ist. Negative Auswirkungen auf alle Menschen haben nur dauerhaft hohe Sporenkonzentrationen oder toxische Pilze.

Schimmelpilz im Haus vermeiden

Sporenquellen in Wohnräumen vermeiden
Das einzig zuverlässige Mittel gegen Schimmelpilze ist TROCKENHEIT!
In Deutschland sind ca. 6 - 8 Mio Wohnungen von Schimmel und Feuchte betroffen
Alterungsbedingte Schwachstellen in der Abdichtung findet man oft in Gebäuden, die älter als 35 Jahre sind.

Häufige Ursachen für nasse Wände:
◊ Leckagen + Undichtigkeiten von Rohren und Leitungen
◊ Einbringen von mineralischen, abbindenden Baustoffen, wie Beton, Putz, Mörtel oder Estrich ohne ausreichende Trocknung:
die hierdurch entstandene Feuchtigkeit im Gebäude verdunstet erst im Laufe von ca. 3 - 4 Jahren vollständig. Anfangs bedingt die Abgabe großer Feuchtigkeitsmengen an die Raumluft eine sehr rasche Austrocknung, später kann die Feuchte durch kontinuierliches Lüften und Heizen im Wechsel nach draußen geleitet werden.
Im Vergleich zu oberirdischen Außenwänden trocknen Kellerwände wesentlich langsamer ab, da der Trocknungsprozess nur einseitig zur Raumseite hin stattfinden kann. Die Luftfeuchtigkeit im Raum sollte im Sommer max. 65% und im Winter 55% betragen; bei starker Überschreitung dieser Richtwerte sollte ggf. ein Trocknungsgerät einsetzt werden.
◊ Kondenswasserniederschlag bei erhöhter Raumluftfeuchtigkeit + schlechtem Wärmeschutz (zu kalte Wandoberflächen)

Geeignete und wirksame Gegenmaßnahmen bei Schimmelpilzen:

◊ Da der pH-Wert von kalkhaltigen Putzen und Anstrichen bei 12 liegt, bieten diese zunächst einen Schutz vor Schimmelpilzansiedlung, was sich jedoch bei Verschmutzung verliert - dann können Schimmelpilze den pH-Wert der Oberfläche durch eigene Stoffwechselprozesse manipulieren.
◊ Absolut wasserdichte Gebäudehülle, die von außen eindringende Nässe abhält
◊ Zum raschen Lokalisieren von Lecks und undichten Leitungen in Kellerräumen sollten die Ver-und Entsorgungsleitungen gut zugänglich in Schächten oder sichtbar verlegt sein
◊ Bei Wasseraustritt -unverzügliche Trocknung aller betroffenen Bauteile
◊ gegen feuchte Wandoberflächen (zu hohe Luftfeuchtigkeit und zu kalte Wände)
hilft guter Wärmeschutz + vernünftiges Nutzungsverhalten
(nach z.B. Wäschewaschen oder Baden lüften!)

◊ unbeheizte Kellerräume:
Lüftung möglichst bei kühlen Außentemperaturen
Gelangt warme Sommerluft an die durch das Erdreich stets kühlen Kellerwände, so kühlt sich die Luft ab und da kalte Luft deutlich weniger Feuchtigkeit bindet als warme steigt die relative Luftfeuchtigkeit im Bereich der kühlen Wandflächen an.
Mögliche Folge Feuchtigkeitsniederschlag + Schimmelbildung
Daher sollte Feuchteproduktion wie beim Wäschewaschen in unbeheizten Kellerräumen generell vermieden werden.

◊ beheizte Räume:
maßgeblich für die raumseitige Oberflächentemperatur ist hier der Wärmeschutz der Außenbauteile -d.h. ein guter Wärmeschutz sorgt für hohe Oberflächentemperaturen mit relativ geringen Abweichungen zur Raumlufttemperatur, dagegen liegen die Oberflächentemperaturen bei schlechtem Wärmeschutz mehrere Grad unter der der Raumluft.
Durch die Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit an der Wandoberfläche entsteht auch ein erhöhtes Schimmelpilzrisiko.

Nachträgliche Abdichtung
Sowohl bei Bestandsgebäuden als auch bei Neubauten verursachen konstruktive Mängel immer wieder undichte Kellerwände. Hier kann nur eine nachträgliche Abdichtung der Kelleraußenhaut Schimmelbefall und langfristige Bauteilschäden verhindern.
beheizte Keller: › möglichst eine außenseitige Abgrabung zur Erneuerung der Abdichtung und Anbringung einer außenseitigen Wärmedämmung
nicht beheizte Kellergeschosse: › hier kann auch innenseitig abgedichtet werden

Abdichtung von außen
Gegen seitlich eindringende Feuchtigkeit kann die Kelleraußenwand vertikal mit Hilfe von gängigen Systemen für Neubauten je nach Beanspruchung abgedichtet werden.
Wichtig zu beachten:
◊ sorgfältige Ausführung aller Anschlussbereiche insbesondere Fuge zwischen Wand und Fundament
◊ alle Bauteilelemente, Lichtschächte, Kellerfenster müssen in das Dichtungssystem eingebunden werden
◊ funktionierende Wasserableitung in Drainage
Eine Horizontalabdichtung, deren Nachrüstung bei gemauerten Wänden sowohl mit mechanischen als auch chemischen Mitteln erfolgen kann, verhindert, dass Feuchtigkeit über die Kapillaren in den Wänden aufsteigen und sich ausbreiten kann.
Mechanische Verfahren:
Einbringen von Chromstahlblechen, Bitumen- oder Kunststoffbahnen in die Lagerfuge zwischen den Steinschichten mittels Mauersäge-, Schlitzrüttel- oder Maueraustauschverfahren
Chemische Verfahren:
Mauerwerksinjektionen -die Injektionsflüssigkeit (die Materialporen werden verstopft, verengt oder hydrophobiert) wird über Bohrlöcher ins Mauerwerk gespritzt, verteilt sich über den gesamten Wandquerschnitt und bildet dadurch eine Barriere gegen aufsteigende Feuchtigkeit.

Abdichtung von innen
Kelleraußenwände werden raumseitig mit einem Dichtsystem z.B. einer Dichtungsschlämme versehen, hierbei bleibt jedoch die Außenwand selbst in direktem Kontakt zum Erdreich und somit feucht.
Mit einer horizontalen Sperre wird das Aufsteigen der Feuchtigkeit in die Erdgeschosswände verhindert.
◊ bei Innenabdichtungen in der Regel Mauerwerksinjektionen etwas oberhalb des Geländeniveaus
◊ Abtrennung der einbindenden bzw. angrenzenden Innenwände von der feuchten Außenwand durch Injektionen
◊ abschließend Anschluss einer vertikalen Abdichtung + Herstellung einer dichten Anschlussfuge zur Bodenplatte
◊ für ein ausgeglichenes Raumklima empfiehlt sich der raumseitige Auftrag eines Kalkputzes oder die Anbringung von Calcium-Silkat-Platten